Achtsame führung

    Ich möchte dazu ein paar Gedanken aufgreifen, die in dem Buch „Mindful Leadership“ von Janice Marturano (Abor Verlag, 1. Auflage2015) praxisnah beschrieben werden.

     

    Auf Englisch lautet der Titel des Buches „Findingthe Space to Lead. A Practical Guide to Mindful Leadership.“ Dieser Titel veranschaulicht aus meiner Sicht gut, worum es grundsätzlich geht: In der zunehmend hektischwerdenden Zeit in den Unternehmen immer wieder Raum zu finden, sich Ruhe und Achtsamkeit zu gönnen, um danach viel leichter und kraftvoller zu arbeiten.

     

    Janice Marturano meint mit „Raum“ den mentalen und emotionalen Raum ... „zu sehen, fühlen, hören und darüber zu reflektieren, was sich um uns herum und in unserem Inneren abspielt. Wenn wir diesen Raum haben, können wir auch mit einem dringenden Problem auf ruhige, kreative und menschliche Weise umgehen, anstatt unter Druck und aus der Not heraus zu reagieren.“ (Seite 8).

     

    Die Zeit rinnt uns oft durch die Finger, in dem wir die Verantwortung und die Entscheidung dafür abgeben. Allzu oft werden wir von den Notfällen anderer Menschen mitgerissen. Damit boykottieren wir unsere Fähigkeit, uns den wahren Prioritäten des Unternehmens zuzuwenden! Während wir zu den dringenden Angelegenheiten eilen, spüren wir doch die Notwendigkeit, uns dem Wichtigen zuzuwenden. So schleppen wir oft das Gewicht eines inneren Konflikts mit uns herum. Deshalb ist es sinnvoll, unseren Tagesablauf einmal unter die Lupe zunehmen!

     

    In Kapitel 3 beschreibt sie, wie Achtsamkeit und Führungsexzellenz aus ihrer Sicht zusammenspielen und beschreibt zwei Fähigkeiten für Führungsexzellenz:

    • Die Fähigkeit, in Kontakt zu treten - mit sich selbst, mit anderen und mit der Allgemeinheit.
    • Die Fähigkeit, Veränderungengeschickt zu initiieren oder durchzuführen.

     

    Dazu bedarf es folgender Grundlagen:

    • Konzentration: Präsent statt abgelenkt sein. Durch das mentale Training kann man wahrnehmen lernen, wenn der Geist den jetzigen Moment verlässt und die Aufmerksamkeit wieder in die Gegenwart zurückbringen.
    • Klarheit: Wir können lernen, unsere Annahmen (Wahrnehmungsfilter und Konditionierungen) bewusst wahrzunehmen, zu hinterfragen und dann wählen, wie wir reagieren möchten.
    • Kreativität: Geistesblitze brauchen mentalen Freiraum. Das geht nicht mit einem vollen Terminkalender und wird häufig unter den Ablenkungen der Gegenwart und dem Tagesgeschäft begraben.
    • Mitgefühl: Mitgefühl entsteht ihrer Meinung nach aus dem Verstehen von Leid und dem Wunsch, es zu lindern. Mitgefühl kann man gut aufbringen, wenn man es für sich selbst aufbringen kann. Es hat große Auswirkungen darauf, wie wir arbeiten. Win-win-win-Szenarien (für Unternehmen,Mitarbeitende und Kunden) werden dadurch möglich.

     

    Ein erster Schritt Achtsamkeit zu leben ist es, eine gezielte Pause machen, kurz Innezuhalten und auf den eigenen Atem zu achten: Damit steigt man aus dem Autopilot-Modusaus und der „Raum“ kann entstehen. Am besten überlegt man sich konkret, wann und wo man in seinem Arbeitsleben gezielte Pausen einlegen kann, z. B. gemeinsames Innehalten bei Besprechungen. Dabei ist wichtig, sich darüber klar zu werden, dass es herausfordernd ist, Gewohnheiten zu verändern, meist braucht es dazu eine ordentliche Portion Disziplin.

     

    Ein Teil des Innehaltens ist es, Gedanken, Gefühle und Körperwahrnehmungen klar zu erkennen.

    • Wir nehmen unsere Gedanken oft als bare Münze. Im mentalen Training besteht ein Schritt darin, die eigenen Gedanken zum Objekt der Aufmerksamkeit zu machen.
    • Mit den Methoden der Achtsamkeit lernen Sie auch, Ihre Gefühle zu erkennen und es wahrzunehmen, wenn ein Gefühl eine Reaktion auslöst und umgekehrt.
    • Auch der Körper wird als Seismograph mit einbezogen.

     

    Durch dieses Beobachten, gelingt es nach und nach, Einsicht in die eigenen Konditionierungen zu gewinnen und man lernt sich mit sanfter Neugier besser kennen. Durch die Achtsamkeits-Trainings spüren die Menschen sehr schnell, wenn sie vom Thema abgelenkt sind und sind in der Lage, ihre Aufmerksamkeit wieder in den gegenwärtigen Moment zurück zu führen. Sie entdecken, wie kraftspendend es ist, sich Zeit für sich selbst zu einzuräumen und wie sehr es unseren ganzen Tag beeinflusst.

     

    Aus der Sicht von Janice Marturano reichen für Achtsamkeitsübungen 2 x 10 Minutentäglich. Aus meiner Sicht ist es hier ist es wichtig, dass jeder Mensch die für sich passenden Zeitfenster findet. Studien zeigen, dass die Regelmäßigkeit der Übungen wichtiger ist als die Dauer. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, gezielt eine länge Pause in den Tagesablauf einzuplanen und freizuhalten vom Tagesgeschäft.

     

    Wenn Sie den Widerspruch zwischen einem vollen Tagesplan und einem Leben in Fülle auflösen möchten – Es gibt es Möglichkeiten, den Raum in Ihrem Leben zu entwickeln. Melden Sie sich gerne, wir können Ihnen das Handwerkzeug für sich und Ihr Unternehmen geben.

     

    Johanna Pabst

    Kommentar schreiben

    Kommentare: 0