Loben Sie noch oder wertschätzen Sie schon?

    Jeder kennt es – das Bedürfnis nach Wertschätzung. Werde ich als Person wahrgenommen und akzeptiert mit meinen Licht- und Schattenseiten?

     

    Wertschätzung ist ein Puffer für viele Unbillen des Lebens. Sie gibt Sicherheit in der vielbeschriebenen VUKA Welt. Sie setzt Energien frei und führt dazu, dass wir unser Leistungsvermögen tatsächlich ausschöpfen können. Um schnell auf Veränderungen zu reagieren und in einem komplexen Umfeld handlungsfähig zu bleiben, braucht es die Bereitschaft zu lernen und eine offene Fehlerkultur. Wertschätzung ist die Basis. Denn nur dann fällt es leicht, zu experimentieren, Fehler zuzugeben und daraus zu lernen, die Vorgehensweise zu anzupassen oder zu korrigieren.

     

    Die Forschung hat gut belegt, wie Wertschätzung vor Burnout und Krankheit schützt und Leistungsfähigkeit sichert. Wertschätzung dient als sozialer Puffer, gerade wenn die äußeren Rahmenbedingungen schwierig sind. Menschen sind deutlich anfälliger für Krankheiten, wenn sie den Eindruck haben, dass Einsatz und Belohnung aus dem Gleichgewicht kommen.

    Doch Wertschätzung ist mehr als Lob und Anerkennung für Leistung: Es ist eine zugewandte Haltung des Respekts und der Akzeptanz gegenüber der Person.

    Es geht darum grundlegende Bedürfnisse nach Sicherheit, Zugehörigkeit, Gestaltungsmöglichkeit, Lustgewinn und Selbstwert zu befriedigen. Bin ich neugierig auf den anderen und interessiert mich wirklich, was ihm wichtig ist? Respektiere ich ihn mit seinen Licht- und Schattenseiten?

     

    Es klingt so einfach und ist oft doch so schwer. Gerade wenn der Druck groß , die eigenen Unsicherheiten auch oder der andere mir nicht besonders sympathisch ist. In der Praxis geht es meist um Kleinigkeiten:

    • Danke, wenn ein Kollege etwas erledigt hat oder auf eine Nachricht per Mail
    • Eine neugierige Nachfrage, leuchtende Augen, wenn etwas geklappt hat
    • Innehalten und würdigen auch bei kleinen Erfolgen
    • Gesehen und um Meinung gefragt werden von Menschen, die einem wichtig sind.

     

    In der Fülle der alltäglichen Widrigkeiten geht es oft unter.

     

    Wertschätzung geben, funktioniert dann, wenn wir es auch selbst erleben.

    Dabei erhalten wir Wertschätzung nicht nur von außen, sondern in allererster Linie von uns selbst. Was schätzen Sie an sich, was mögen Sie an sich, worauf sind Sie stolz?

    Und wem haben Sie wann heute schon Wertschätzung entgegengebracht und wie?

    Wie wichtig ist Ihnen diese Qualität in der Arbeitswelt und wie sind Ihre Erfahrungen dazu? Teilen Sie sie mit uns!

    Lassen Sie uns reden, wenn Sie die Kultur der Wertschätzung in Ihrem Team fördern wollen! 

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    Kommentare: 2
    • #1

      Doris Hofmann-Lange (Dienstag, 16 Januar 2018 07:01)

      Sehr gewinnbringender Beitrag. Vielen Dank! :)

    • #2

      Anja Lüdeking (Donnerstag, 25 Januar 2018 16:43)

      Oh, das entdecke ich heute erst. Gebe es meinem Mann weiter, der seit mehreren Monaten in einer Arbeitsgruppe mit Kollegen dieses Thema "bearbeitet". Immerhin wurde von der Teamleitung und im Team erkannt, dass es Defizite gibt, aus meiner Sicht stagniert der Prozess derzeit.